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Strukturierung - Prognoseintervalle für Häufigkeiten

Zur Orientierung

Im letzten Abschnitt hast du Progonseintervalle für absolute Trefferhäufigkeiten bei Würfelserien bestimmt – und zwar so, dass die Wahrscheinlichkeiten dieser Prognoseintervalle bestimmte vorgegebene Sicherheitswerte annehmen.

Wir verallgemeinern die Fragestellung jetzt wie folgt:

Leitfrage

In welchen Bereichen werden voraussichtlich die absoluten und relativen Trefferhäufigkeiten bei Bernoulli-Ketten für gängige Sicherheitswahrscheinlichkeiten liegen?

Es geht also um beliebige Bernoulli-Ketten. Damit erfassen wir insbesondere Situationen, in denen ein Zufallsexperiment wiederholt unter gleichen Bedingungen durchgeführt wird. Ein besonderer Fokus liegt hier auf den relativen Trefferhäufigkeiten bei solchen Versuchsreihen.

Einstieg - Absolute Häufigkeiten betrachten

Im letzten Abschnitt hast du bereits Progonseintervalle für absolute Trefferhäufigkeiten bei Bernoulli-Ketten für gängige Sicherheitswahrscheinlichkeiten bestimmt. Absolute Trefferhäufigkeiten werden dabei mit Hilfe der Zufallsgröße X (für die Anzahl der Treffer) erfasst.

Zum Herunterladen: prognoseintervalle1.ggb

Aufgabe 1

(a) Bestimme mit Hilfe des Applets das 95%-Prognoseintervall für die absolute Trefferhäufigkeit X bei einer Bernoulli-Kette mit n=200 und p=0.4.

95%-Prognoseintervall für die absolute Trefferhäufigkeit: X.

(b) Deute das Ergebnis. Ergänze hierzu den folgenden Satz:

Wird eine Bernoulli-Kette mit n=200 und p=0.4 durchführt, dann ist zu erwarten, dass ....

Erarbeitung - Relative Häufigkeiten betrachten

Wir erhalten relative Trefferhäufigkeiten, indem wir absolute Trefferhäufigkeiten durch die Anzahl der durchgeführten Versuche dividieren. Die Anzahl der Versuche wird dabei durch die Länge n der Bernoulli-Kette beschrieben.

Aufgabe 2

(a) Nutze das Ergebnis aus Aufgabe 1, um das 95%-Prognoseintervall für die relative Trefferhäufigkeit Xn bei einer Bernoulli-Kette mit n=200 und p=0.4 zu bestimmen.

95%-Prognoseintervall für die relative Trefferhäufigkeit: Xn.

(b) Deute das Ergebnis. Ergänze hierzu den folgenden Satz:

Wird eine Bernoulli-Kette mit n=200 und p=0.4 durchführt, dann ist zu erwarten, dass ....

(c) Kontrolliere dein Ergebnis mit dem folgenden Applet:

Zum Herunterladen: prognoseintervalle2.ggb

Vertiefung - Formeln entwickeln

Prognoseintervalle für absolute Trefferhäufigkeiten werden meist mit Hilfe des Erwartungswerts μ=E(X) und Vielfachen der Standardabweichung σ=σ(X) beschrieben:

rσ-Prognoseintervall für die absolute Trefferhäufigkeit: μrσXμ+rσ

Die Vielfachen von σ werden so gewählt, dass die Wahrscheinlichkeit der Prognoseintervalle ganz bestimmte Werte annimmt – die sogenannten Sicherheitswahrscheinlichkeiten.

P(μrσXμ+rσ)rσ
90%1.64σ
95%1.96σ
99%2.58σ

Die entsprechenden Prognoseintervalle für relative Trefferhäufigkeiten mit denselben Sicherheitswahrscheinlichkeiten erhalten wir, indem wir die absoluten Häufigkeiten durch die Anzahl n der durchgeführten Versuche dividieren:

rσ-Prognoseintervall für die relative Trefferhäufigkeit: μnrσnXnμn+rσn

Aufgabe 3

(a) Begründe: μn=p

(b) Begründe: σn=p(1p)n

(c) Begründe: Wir erhalten dann folgende Darstellung der Prognoseintervalle für relative Häufigkeiten:

rσ-Prognoseintervall für die relative Trefferhäufigkeit: prp(1p)1nXnp+rp(1p)1n

(d) Bestimme mit dieser Formel das 95%-Prognoseintervall für die relative Trefferhäufigkeit bei einer Bernoulli-Kette mit n=200 und p=0.4. Vergleiche mit dem Ergebnis aus Aufgabe 2.

Vertiefung - Gesetzmäßigkeiten untersuchen

Hier geht es um folgende Frage: Wie ändert sich das Prognoseintervall für die relative Trefferhäufigkeit, wenn die Länge der Versuchsreihe n wächst? Mit dem folgenden Applet kannst du das untersuchen.

Zum Herunterladen: prognoseintervalle3.ggb

Aufgabe 4

Betrachte eine Bernoulli-Kette mit fest vorgegebener Trefferwahrscheinlichkeit z. B. p=0.5.

(a) Bestimme für verschiedene n-Werte die Breite des 95%-Prognoseintervalls und trage die Ergebnisse in die Tabelle ein.

Länge der Versuchsreihe95%-PrognoseintervallBreite des Prognoseintervalls
n=500.3614Xn0.63860.2772
n=100
n=200
n=400
n=800

(b) Ergänze folgende Regel:

Wird die Länge n der Versuchsreihe vervierfacht, ...

(c) Erläutere die praktische Bedeutung der Regel.

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