Zusammenfassung - Prognoseintervalle für Häufigkeiten
Die Ausgangssituation
Folgende Situation betrachten wir hier: Ein Zufallsexperiment soll wiederholt, unter gleichen Bedingungen, durchgeführt werden.
Wir möchten eine Prognose darüber machen, wie häufig ein bestimmtes Ereignis dabei eintritt.
Wir gehen hier davon aus, dass die Anzahl
Eine erste grobe Punktschätzung über die zu erwartende absolute Häufigkeit erhalten wir durch die Berechnung des Produkts
Betrachte das 120-fache Werfen eines Standardwürfels. Als Treffer wird die Augenzahl
Es ist zu erwarten, dass in dieser Würfelserie etwa
Solche Punktschätzungen liefern erste grobe Anhaltspunkte für erwartete absolute Häufigkeiten. Sie liefern aber keine Information über die zu erwartenden – und in der Praxis zu beobachteten – Schwankungen der Häufigkeiten.
Ziel ist es, hier präzise Aussagen über erwartete Schwankungen mit Hilfe von Prognoseintervallen zu treffen.
Für die Herleitung solcher präziser Aussagen ist es günstig, die wiederholte Durchführung des Zufallsexperiments als Bernoulli-Kette mit den Parametern
Wir gehen hier davon aus, dass diese beiden Parameter bekannt sind. Als Treffer gilt das betrachtete Ereignis beim Zufallsexperiment. Mit der Zufallsgröße
Die zu klärende Fragestellung können wir jetzt so formulieren:
Leitfrage
In welchen Bereichen werden voraussichtlich die absoluten und relativen Trefferhäufigkeiten bei Bernoulli-Ketten liegen?
Schätzung absoluter Häufigkeiten
Absolute Trefferhäufigkeiten werden mit Hilfe der Zufallsgröße
Als Beispiel betrachten wir wieder das 120-fache Werfen eines Standardwürfels. Als Treffer wird die Augenzahl
Zum Herunterladen: prognoseintervalle4.ggb
Für vorgegebene Wahrscheinlichkeiten erhalten wir folgende Prognoseintervalle:
Sicherheitswahrscheinlichkeit | Prognoseintervall |
---|---|
Die Werte können wie folgt gedeutet werden: In ca.
Prognoseintervalle für absolute Trefferhäufigkeiten werden meist mit Hilfe des Erwartungswerts
Die Vielfachen von
Beachte, dass es sich hierbei nur um Näherungswerte handelt, die umso besser passen, je größer der Parameter
Für Würfelserien mit
Schätzung relativer Häufigkeiten
Relative Trefferhäufigkeiten erhalten wir, indem wir absolute Trefferhäufigkeiten durch die Länge
Für Würfelserien mit
Mit dem folgenden Applet kannst du auch andere Beispielrechnungen durchführen.
Zum Herunterladen: prognoseintervalle5.ggb
Im Applet wird die Struktur der Prognoseintervalle mit Hilfe des Erwartungswerts und Vielfachen der Standardabweichung verdeutlicht.
Mit den Formeln für den Erwartungswert und die Standardabweichung bei binomialverteilten Zufallsgrößen folgt:
Hieraus ergibt sich:
Da
Die Breite des
Es gilt demnach: Wird die Länge
Im folgenden Applet wird dieser Zusammenhang mit Hilfe des
Zum Herunterladen: prognoseintervalle3.ggb
Für die praktische Durchführung von Versuchsreihen bedeutet das:
Soll ein Prognoseintervall für relative Häufigkeiten halbiert werden, muss die Versuchsreihe 4-mal so lang gewählt werden.
Einschätzung relativer Häufigkeiten
Wie gehen wir mit den Ergebnissen von Versuchsreihen um, die eher ungewöhnlich erscheinen?
Mit den Sicherheitswahrscheinlichkeiten und den dazugehörigen Prognoseintervallen erhalten wir eine Möglichkeit, um Ergebnisse realer Versuchsreihen einzuschätzen.
Bei einer Würfelserien mit einem Standardwürfel mit
Zum Herunterladen: wuerfelnSWVersuchsreihe1.ggb
Zur Einschätzung dieser Ergebnisse betrachten wir die bereits ermittelten Prognoseintervalle für eine Bernoulli-Kette mit
Sicherheitswahrscheinlichkeit | Prognoseintervall |
---|---|
Das Ergebnis „11-mal die
Beide Ergebnisse sind durchaus möglich.
Das Ergebnis „33-mal die