i

Zusammenfassung - Erwartungswert einer Zufallsgröße

Ein Beispiel

Wir betrachten des Zufallsexperiment „Werfen von zwei Würfeln“. Die Zufallsgröße X beschreibe die Augendifferenz der beiden Würfel.

Zum Herunterladen: ew_zg_differenz.ggb

Wir beschäftigen uns mit folgender Fragestellung:

Leitfrage

Wie wird der Mittelwert zur erwarteten Häufigkeitsverteilung der Zufallsgröße X bei einer wiederholten Durchführung des Zufallsexperiments bestimmt?

Zunächst betrachten wir eine konkrete Serie von Werten von X bei einer wiederholten Durchführung des Zufallsexperiments:

1,3,3,3,1,2,3,2,5,1

Wir erhalten folgende Häufigkeitsverteilungen:

mögliche Werte von X012345
absolute Häufigkeiten032401
relative Häufigkeiten010310210410010110

Der Mittelwert dieser Werte wird wie folgt berechnet:

00+31+22+43+04+1510=0100+3101+2102+4103+0104+1105=2.3

Zur Herleitung einer Formel für den Mittelwert zur erwarteten Häufigkeitsverteilung der Zufallsgröße X bei einer wiederholten Durchführung des Zufallsexperiments gehen wir von der Wahrscheinlichkeitsverteilung der Zufallsgröße X aus.

k012345
P(X=k)6361036836636436236

Wenn das Zufallsexperiment N-mal durchgeführt wird, erhalten wir folgende erwartete Häufigkeiten der möglichen Werte von X:

mögliche Werte von X012345
erwartete absolute HäufigkeitenN636N1036N836N636N436N236
erwartete relative Häufigkeiten6361036836636436236

Den Mittelwert zur erwarteten Häufigkeitsverteilung der Zufallsgröße X bei N Wiederholungen des Zufallsexperiments wird wie folgt bestimmt:

636P(X=0)0+1036P(X=2)1+836P(X=2)2+636P(X=3)3+436P(X=4)4+236P(X=5)5=70361.9

Der Mittelwert zur erwarteten Häufigkeitsverteilung der Zufallsgröße X wird berechnet, indem die möglichen Werte von X mit den erwarteten relativen Häufigkeiten (das sind die zugehörigen Wahrscheinlichkeiten) multipliziert und diese Produkte aufsummiert werden.

Verallgemeinerung

Die Überlegungen zum Beispiel oben können völlig analog für eine beliebige Zufallsgröße X zu einem Zufallsexperiment durchgeführt werden.

Es wird von der Wahrscheinlichkeitsverteilung von X ausgegangen:

ax1x2xn
P(a)P(X=x1)P(X=x1)P(X=xn)

Der Mittelwert zur erwarteten Häufigkeitsverteilung der Zufallsgröße X wird berechnet, indem die möglichen Werte von X mit den erwarteten relativen Häufigkeiten (das sind die zugehörigen Wahrscheinlichkeiten) multipliziert und diese Produkte aufsummiert werden:

P(X=x1)x1+P(X=x2)x2++P(X=xn)xn

Dieser erwartete mittlere Wert der Zufallsgröße X wird auch Erwartungswert von X genannt. Er kann als Mittelwert der Wahrscheinlichkeitsverteilung von X gedeutet werden.

Der Erwartungswert E(X) ist der Mittelwert der Wahrscheinlichkeitsverteilung von X. Wenn X die Werte x1,,xn annimmt, dann wird er wie folgt bestimmt:

E(X)=P(X=x1)x1++P(X=xn)xn

Der Erwartungswert E(X) der Zufallsgröße X liefert eine Prognose für den Mittelwert zur erwarteten Häufigkeitsverteilung der Zufallsgröße X bei einer wiederholten Durchführung des zugehörigen Zufallsexperiments. Wir sagen hierfür kurz, dass der Erwartungswert von X den erwarteten mittleren Wert von x beschreibt.

Die Zufallsgröße X beschreibe den Gewinn beim Spiel chuck a luck. Der Erwartungswert E(X) beschreibt dann den erwarteten Gewinn pro Spieldurchgang bei einer langen Versuchsreihe. Es gilt:

E(X)=P(X=x1)x1++P(X=xn)xn=125216P(X=1)(1)+75216P(X=1)1+15216P(X=2)2+1216P(X=3)3=17216

Es wird also erwartet, dass ein(e) Spieler(in) auf lange Sicht bei jeder Spielrunde ca. 0.08 Münzen verliert.

Suche

6.5.2.5
o-mathe.de/stochastik/zufallsgroessen/erwartungswert/zusammenfassung
o-mathe.de/6.5.2.5

Rückmeldung geben