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Erarbeitung

Zur Orientierung

Wir betrachten hier beliebige mehrstufige Populationsentwicklungsprozesse. Ziel ist es, für solche Prozesse verallgemeinernde Ergebnisse zu entwickeln.

Mehrstufige Populationsentwicklungsprozesse untersuchen

Betrachte einen 3-stufigen Entwicklungsprozess einer Population mit den Entwicklungstadien A, B und C.

ÜbergangsgraphÜbergangstabelle
Übergangsgraph zur Populationsentwicklung
von Avon Bvon C
zu A00c
zu Ba00
zu C0b0

In jedem Schritt entstehen aus Individuen eines Stadiums neue Individuen des Folgestadiums. Kein Individuum verbleibt dabei im aktuellen Stadium. Es handelt sich also um einen zyklischen Entwicklungsprozess, der mit einem zyklischen Modell beschrieben wird.

Von C nach A soll eine Vermehrung der Population stattfinden. Wir bezeichnen die Vermehrungsrate von C nach A mit c. In den Übergängen von A nach B und von B nach C reduziert sich die Population. Die Überlebensraten werden mit a und b bezeichnet.

Die Prozessmatrix eines solchen zyklischen Populationsentwicklungsprozesses hat die Gestalt:

P=(00ca000b0)

Aufgabe 1

Zur Vorhersage der Populationsentwicklung ist es günstig, wenn man die Potenzen der Prozessmatrix P kennt.

(a) Bestimme P2. Ergänze hierzu in der folgenden Rechnung die fehlenden Werte.

P2=PP=(00ca000b0)(00ca000b0)=(0cb0)

(b) Benutze das Ergebnis aus (a), um P3 zu bestimmen. Ergänze hierzu die folgende Rechnung.

P3=P2P=(0cb0)(00ca000b0)=(cba00)

(c) Begründe: Es gilt P3=qE mit q=abc und der dreidimensionalen Einheitsmatrix E.

(d) Begründe: Aus (c) folgt, dass P6=q2E, P9=q3E usw..

(e) Welche Besonderheit entsteht, wenn abc=1 gilt? Ergänze den Satz:

Wenn abc=1, dann gilt P6=, P6=, P9= usw..

Aufgabe 2

Verteilungsvektoren kann man mit den Potenzen der Prozessmatrix P bestimmen. Für den Verteilungsvektor vn gilt:

vn=Pnv0

(a) Begründe mit dem Ergebnis aus Aufgabe 1 (e):

Wenn abc=1, dann gilt v3=v0, v6=v0, v9=v0 usw..

(b) Deute das Ergebnis aus (a).

Aufgabe 3

Untersuche analog einen 4-stufigen Entwicklungsprozess einer Population mit den Entwicklungstadien A, B, C und D. Der Entwicklungsprozess soll wie im Übergangsgraphen dargestellt erfolgen.

Übergangsgraph zur Populationsentwicklung
Zur Kontrolle

P4=P3P=(0bcd0000acd0000abdabc000)(000da0000b0000c0)=(abcd0000abcd0000abcd0000abcd)

Ergebnisse zusammenfassen

Aufgabe 4

Ergänze im Folgenden die fehlenden Teile.

PopulationsmodellProzessmatrixPotenzen der Prozessmatrixzyklisch stabile Verteilungsvektoren
Übergangsgraph zur Populationsentwicklung P=(00ca000b0) P3=abcqE Wenn abc=1, dann gilt:
v3=v0
v6=v0
v9=v0
Übergangsgraph zur Populationsentwicklung P=(000da0000b0000c0) P4=abcdqE Wenn abcd=1, dann gilt:
v4=v0
v8=v0
v12=v0
Übergangsgraph zur Populationsentwicklung P=(0000fa100000a200000000an10) Pn= Wenn fa1an1=1, dann gilt:

Zur Beschreibung solch zyklischer Prozesse führen wir einen neuen Begriff ein.

Zyklische Prozessmatrix

Eine n-dimensionale Prozessmatrix P ist zyklisch genau dann, wenn es eine reelle Zahl q gibt, so dass Pn=qE (mit der n-dimensionalen Einheitsmatrix E) gilt.

Zyklische Prozesse erhält man bei mehrstufigen Populationsentwicklungsprozessen.

Satz über mehrstufige Populationsentwicklungsprozesse

Gegeben ist ein n-stufiger Populationsentwicklungsprozess mit der Vermehrungsrate f und den Überlebensraten a1,r2,an1.

Für die zugehörige Prozessmatrix P gilt dann Pn=. Die Matrix P ist also eine zyklische Prozessmatrix.

Für erhält man dann zyklisch stabile Verteilungsvektoren mit v0=vn=v2n=v3n=.

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