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Zusammenfassung - Zyklische Modelle

Beispiel - Entwicklung einer Maikäferpopulation

Im Simulationstool ProSiTo ist das Populationsentwicklungsmodell für eine Maikäferpopulation dargestellt.

0.4500.20.25 EiLaPu

Übergangstabelle

von Eivon Lavon Puvon Kä
zu Ei00050
zu La0.4000
zu Pu00.200
zu Kä000.250

Prozessmatrix

(000500.400000.200000.250)\begin{pmatrix}{0} & {0} & {0} & {50}\\{0{.}4} & {0} & {0} & {0}\\{0} & {0{.}2} & {0} & {0}\\{0} & {0} & {0{.}25} & {0}\\\end{pmatrix}

Verteilungsvektor

EiLaPuKa¨(100040080100)\begin{matrix}\text{Ei} \\ \text{La} \\ \text{Pu} \\ \text{Kä} \\ \end{matrix}\begin{pmatrix}1000 \\ 400 \\ 80 \\ 100 \\ \end{pmatrix}

Mit dem Simulationstool kann man experimentell herausfinden, dass sich Verteilungen beim vorliegenden Populationsmodell nach vier Schritten zyklisch wiederholen. Warum das so ist, wird im Folgenden – etwas verallgemeinert – nachgewiesen.

Verallgemeinerung - mehrstufige Populationsentwicklungsprozesse

Wir betrachten exemplarisch einen 4-stufigen zyklischen Entwicklungsprozess einer Population mit den Entwicklungstadien A, B, C und D. Wir bezeichnen die Vermehrungsrate von D nach A mit d und die Überlebensraten von A über B und C wieder hin zu D mit a, b und c.

Übergangsgraph zur Populationsentwicklung

Der Übergangsgraph liefert ein zyklisches Modell für den betrachteten zyklischen Entwicklungsprozess.

Die Prozessmatrix zum zyklischen Modell hat dann die Gestalt:

P=(000da0000b0000c0)

Für eine solche Prozessmatrix gilt:

P2=PP=(000da0000b0000c0)(000da0000b0000c0)=(00cd0000adab0000bc00)

P3=P2P=(00cd0000adab0000bc00)(000da0000b0000c0)=(0bcd0000acd0000abdabc000)

P4=P3P=(0bcd0000acd0000abdabc000)(000da0000b0000c0)=(abcd0000abcd0000abcd0000abcd)

Es gilt demnach P4=abcdqE mit der 4-dimensionalen Einheitsmatrix E.

Für jede Ausgangspopulation v0 gilt dann:

v4=P4v0=(qE)v0=q(Ev0)=qv0

v8=P8v0=P4P4v0=(qE)(qE)v0=q2v0

v12=P12v0==q3v0

Also:

v4i=P4iv0==qiv0 für alle natürlichen Zahlen i.

Für abcdq=1 gilt v0=v4=v8=v12=. Man erhält eine zyklisch stabile Population.

Für abcdq < 1 ergibt sich eine zyklisch abnehmende Population, für abcdq>1 eine zyklisch wachsende Population.

Entsprechende Ergebnisse erhält man für beliebige n-stufige Populationsentwicklungsprozesse (wobei n eine natürliche Zahl ist).

Zusammenfassung

Zur Beschreibung zyklischer Prozesse führen wir zunächst einen neuen Begriff ein.

Zyklische Prozessmatrix

Eine n-dimensionale Prozessmatrix P ist zyklisch genau dann, wenn es eine reelle Zahl q gibt, so dass Pn=qE (mit der n-dimensionalen Einheitsmatrix E) gilt.

Zyklische Prozesse führen zu einem zyklischen Verhalten von Verteilungsvektoren.

Satz über zyklische Prozesse

Ist P eine zyklische Prozessmatrix mit Pn=qE (mit einer natürlichen Zahl n und einer positiven reellen Zahl r), dann gilt für die Verteilungsvektoren:

vn=qv0, v2n=q2v0, v3n=q3v0 usw..

Für q=1 erhält man zyklisch stabile Verteilungsvektoren mit v0=vn=v2n=v3n=.

Für q < 1 erhält man zyklisch abnehmende Verteilungsvektoren mit vin=qiv0.

Für q>1 ergeben sich zyklisch wachsende Verteilungsvektoren mit vin=qiv0.

Zyklische Prozesse erhält man bei einfachen mehrstufigen Populationsentwicklungsprozessen.

Satz über mehrstufige Populationsentwicklungsprozesse

Gegeben ist ein zyklischer n-stufiger Populationsentwicklungsprozess mit der Vermehrungsrate f und den Überlebensraten a1,a2,an1.

Übergangsgraph zur Populationsentwicklung

Für die zugehörige Prozessmatrix P gilt dann Pn=fa1an1qE. P ist also eine zyklische Prozessmatrix.

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