Zusammenfassung - Grenzverhalten von Austauschprozessen
Zur Orientierung
Zielsetzung
Ziel ist es, das Grenzverhalten von Austauschprozessen möglichst genau zu beschreiben.
Wir verdeutlichen die Zusammenhänge exemplarisch anhand des folgenden Sharing-Systems.
Sharing-System: Beschreibung des Austauschprozesses
Übergangsgraph | Übergangstabelle | Prozessmatrix | ||||||||||||||||
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Simulation eines Austauschprozesses
Die folgende Übersicht zeigt, wie man Veteilungsvektoren ausgehend von einer vorgegebenen Prozessmatrix
Schritte | Verteilungsvektor | rekursive Darstellung | Umformung | Potenzschreibweise |
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... | ... | ... | ... | ... |
Die expliziten Berechnungen verwenden Matrixpotenzen, die man so bildet.
Matrixpotenzen
Für eine quadratische Matrix
...
Beachte, dass man bei der Berechnung der Matrixpotenzen keine Reihenfolge der Rechenschritte angeben muss, da das Assoziativgesetz für das Matrixprodukt gilt.
Simulation eines Austauschprozesses
Die Entwicklung des Austauschprozesses mit vorgegebener Prozessmatrix
Rekursive Darstellung
Explizite Darstellung
Für das oben gezeigte Sharingsystem erhält man für
Schritte | Verteilungsvektor | rekursive Berechnung | explizite Berechnung |
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... | ... | ... | ... |
Grenzverhalten eines Austauschprozesses
Experimente zeigen, dass man beim Sharing-System für jede (relative oder absolute) Ausgangsverteilung eine stabile Grenzverteilung
Zum Herunterladen: matrixpotenzen1.ggb
Für die Grenzverteilung
Schritte | relative Verteilungsvektoren |
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Für absolute Verteilungsvektoren erhält man entsprechend diese Werte:.
Schritte | absolute Verteilungsvektoren |
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Bei vielen in der Praxis auftretenden Austauschprozessen erhält man stabile Grenzverteilungen für beliebige Ausgangsverteilungen. Es gibt aber auch Austauschprozesse, die nicht zu stabilen Grenzverteilungen führen. Das Applet zeigt ein Beispiel.
Zum Herunterladen: matrixpotenzen3.ggb
In diesem speziellen Fall wechselt der Verteilungsvektor ständig zwischen zwei Werten hin und her. Es fällt auch auf, dass die Potenzen der Prozessmatrix zwischen zwei Werten hin und her pendeln. Es gibt demnach Austauschprozesse mit instabilem Grenzverhalten.
Konvergenz eines Austauschprozesses
Im folgenden Applet ist ein Austauschprozess mit stabilen Grenzverteilungen dargestellt. Den Stabilisierungseffekt sieht man, wenn man wiederholt Schritte ausführt. Das Applet verdeutlicht, dass sich nicht nur die Verteilungen stabilisieren, es stabilisieren sich auch die Potenzsen der Prozessmatrix.
Zum Herunterladen: matrixpotenzen1.ggb
Wir bezeichnen die erreichte Grenzmatrix mit
Schritte | Potenzen der Prozessmatrix | rel. Ausgangsverteilung | erzielte Verteilungen | ||
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Es fällt auf, dass die Spaltenvektoren der Grenzmatrix
Eine Rechnung zeigt, dass für alle relativen Verteilungsvektoren mit
Wir fassen die Zusammenhänge im folgenden Satz zusammen.
Grenzverhalten eines Austauschprozesses
Wenn die Potenzen
Die Spaltenvektoren der Grenzmatrix
Man kann zeigen, dass ein Austauschprozess unter folgender Bedingung ein stabiles Grenzverhalten hat.
Konvergenz eines Austauschprozesses
Wenn in irgendeiner Potenz der Prozessmatrix
Zu jeder Ausgangsverteilung
Die Summe der Elemente der Grenzverteilung