Zusammenfassung - Stabile Verteilungen bei Austauschprozessen
Zur Orientierung
Zielsetzung
Ziel ist es, stabile Verteilungen bei Austauschprozessen zu untersuchen.
Wir verdeutlichen das Vorgehen und die Zusammenhänge exemplarisch anhand des folgenden Sharing-Systems.
Sharing-System: Beschreibung des Austauschprozesses
Übergangsgraph | Übergangstabelle | Prozessmatrix | ||||||||||||||||
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Grenzverteilung als stabile Verteilung
Wenn man den Austauschprozess simuliert, erhält man (für beliebige Ausgangsverteilungen) immer eine feste Grenzverteilung. Die folgende Übersicht verdeutlicht das exemplarisch.
Schritte | Verteilungsvektor |
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... | ... |
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... | ... |
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Wenn man die Grenzverteilung als Ausgangsverteilung nimmt, dann ändert sich die Verteilung bei einem Simulationsschritt nicht.
Bei der Grenzverteilung handelt es sich um eine stabile Verteilung
, die im Simulationsprozess immer wieder reproduziert wird.
Stabile Verteilungen präzisieren
Zur Präzisierung des Begriffs stabile Verteilung
verwenden wir das Konzept des Fixvektors.
Fixvektor
Ein Fixvektor zu einer quadratischen Matrix
Mit den Rechengesetzen für Matrizen erhält man direkt:
Fixvektoren
Wenn
Es gilt nämlich:
Mit dem Fixvektor-Konzept lässt sich der Begriff stabile Verteilung
wie folgt präzisieren.
Stabile Verteilung
Eine stabile Verteilung bei einem Austauschprozess mit der Prozessmatrix
Aus den Eigenschaften von Fixvektoren ergibt sich direkt:
Stabile Verteilungen
Ist
Bestimmung stabiler Verteilungen bei Austauschprozessen
Bisher sind wir so vorgegangen, um stabile Verteilungen für einen Austauschprozess zu finden: Wir haben zunächst ausgehend von beliebigen Verteilungen die zugehörigen Grenzverteilungen bestimmt. Dabei sind wir experimentell vorgegangen, indem wir uns diesen Grenzverteilungen (mit einem geeigneten Simulationstool) schrittweise angenähert haben. Mit dem Fixvektor-Konzept eröffnet sich eine neue Möglichkeit, um die stabilen Verteilungen eines Austauschprozesses zu bestimmen. Wir verdeutlichen das Vorgehen am Beispiel des Sharing-Systems.
Folgende Problemsituation liegt vor:
Problem:
Geg.: die Prozessmatrix
Ges.: die Fixvektoren
Die Bedingung
Wir verwenden das GeoGebra-CAS zum Lösen dieses Gleichungssystems.
Das von GeoGebra gelieferte Ergebnis lässt sich so deuten:
- Das Ergebnis
bedeutet, dass man für eine beliebige reelle Zahl wählen kann. - Das Ergebnis
bedeutet, dass dann gilt. - Das Ergebnis
bedeutet, dass dann gilt.
Insgesamt erhält man
Es gibt also unendlich viele Fixvektoren zur Prozessmatrix
Existenz stabiler Verteilungen
Mit dem Satz über die Konvergenz von Austauschprozessen aus dem letzten Kapitel erhält man folgenden Zusammenhang:
Stabile Verteilungen eines Austauschprozesses
Wenn in irgendeiner Potenz der Prozessmatrix